Quo vadis: Klinikum Niederberg

Grüne diskutieren über Genesung des Klinikum Niederbergs

„Am 17. August 2009 haben Vertreter aller Parteien die Niederberger Erklärung unterschrieben, und sich zum Erhalt des Klinikums in kommunaler Hand bekannt“, sagt der grüne Parteisprecher und Mitglied des Aufsichtsrates für das Klinikum Niederberg Hans Peter Kaiser. „Dazu stehen die Velberter Grünen nach wie vor“, fährt er fort. Intern gab es im grünen Büro allerdings erheblichen Diskussionsbedarf, geht es doch um große Summen Geld in Zeiten klammer Kassen.

Klinikum Niederberg

(Foto: © B90/Die Grüne, Velbert)

Ein Neubau des nunmehr 36 Jahre alten Klinikums scheint angesichts des Sanierungsaufwands, der schlechten Energiebilanz des Gebäudes und des veralteten Raumkonzepts am sinnvollsten zu sein. „Eine Teilsanierung wäre nur Flickschusterei und würde das Klinikum nicht in die Lage versetzen, effiziente und auch wirtschaftlich sinnvolle medizinische Versorgung zu leisten“, so Fraktionsvorsitzende Dr. Esther Kanschat. Allerdings muss gründlich geprüft werden, ob die beiden Trägerkommunen das finanzieren können. Velbert müsste ¾ der geschätzten 120 Mio. € schultern, Heiligenhaus ¼. „Die Finanzierung eines Klinikums in dieser Größenordnung birgt die Gefahr, dass noch einige Generationen unter den Schulden leiden werden, die wir heute aufnehmen wollen“, mahnt der grüne Ratsherr Christoph Piechotta. Das Kapital muss refinanzierbar sein aus dem laufenden Betrieb, denn jährliche Zuschüsse der Kommunen kann sich Velbert nicht leisten.

Erst wenn nach gründlicher Prüfung feststeht, dass diese Bedingungen nicht erfüllt werden können, kann man über ein strukturiertes Bieterverfahren nachdenken. Dabei muss  aber beachtet werden, dass auch die fachkundige Begleitung eines solchen Verfahrens recht teuer ist.

Die Vorteile eines kommunalen Krankenhauses sind größere Sicherheit für über 900 Mitarbeiter und ihre Familien, ein medizinisches Leistungsangebot, das den Wünschen und Nöten der Bevölkerung entspricht und nicht rein wirtschaftlichen Zwängen unterliegt sowie eine bessere Kontrolle aller Abläufe durch den kommunalen Aufsichtsrat.

Grundsätzlich darf in Zeiten wirtschaftlicher Engpässe der Verkauf öffentlicher Gebäude kein Tabuthema sein. Allerdings gilt es gründlich abzuwägen, ob die kommunale Hauptaufgabe der Daseinsvorsorge noch erfüllt wird.

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2 Kommentare

  1. Bernd Fischer

    …. und nicht rein wirtschaftlichen Zwängen unterliegt sowie eine bessere Kontrolle aller Abläufe durch den kommunalen Aufsichtsrat….

    Der ehemalige Geschäftsführer des Klinikum Niederberg:

    Die Düsseldorfer Sana-Kliniken waren bis 2007 in kommunaler Hand. Dann verkaufte die Stadt Düsseldorf 51 Prozent. Wäre es besser gewesen, es in kommunaler Hand und damit auch in den Händen der Kommunalpolitik zu halten?

    Engler
    Noch einmal: Ich bin davon überzeugt, dass ein privater Träger ein Krankenhaus besser aufstellen kann als eine Kommune. Wenn die Politik noch über Sana zu entscheiden hätte, wären wir sicherlich über kurz oder lang in Schließungsdiskussionen gekommen, weil eine Stadt zu Recht keine Defizite ausgleichen möchte…..
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/umbau-der-stationen-fuer-18-millionen-aid-1.3723256

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  2. Ursel Parg

    Ich finde es sehr wichtig,dass das Klinikum Niederberg in öffentlicher Trägerschaft weiter bestehen bleibt. Mann bedenke, der öffentliche Träger muss „nur“ kosten deckend arbeiten, während ein privater Betreiber immer Gewinne erzielen will. Und dass geht , wie an vielen Beispielen belegbar, immer zu Ungunsten von Patienten und Personal aus. Eine Frage habe ich deshalb zu Ihrer Unterschriften Aktion.
    Warum werden die Heiligenhauser Bürger nicht befragt, denn auch sie sind ja ganz massiv von den Ergebnissen der Ratsbeschlüsse betroffen. Ich würde gerne meine Unterschrift für den Erhalt des Klinikums in der Trägerschaft der beiden Städte Velbert und Heiligenhaus leisten. Auch wenn viele Bürger über das Klinikum schimpfen, ich persönlich kann bisher nichts Negatives über das Klinikum sagen, aber von Kliniken die in private Trägerschaft übergegangen sind habe ich schon schlimme Dinge gehört. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, und hoffe, dass Sie es schaffen die Räte der beiden Städte von Ihren Zielen zu überzeugen. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes neues Jahr
    Mit freundlichen Grüßen
    Ursel Parg

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