Grüne fordern endlich einen Hitzeaktionsplan für Velbert!

Öde und leer – Beton statt Pflanzen auf dem Moltkeplatz. Solche Plätze heizen sich auf und verschlechtern das Stadtklima!

Spätestens seit dem jüngsten Hoch “Emil” ist klar, dass dies der dritte extrem heiße und trockene Sommer in Folge ist. Die Auswirkungen auf die Natur sind überall erkennbar: großflächig vertrocknete Wiesen und Felder, verdorrte Bäume und stark geschädigte Wälder allerorten.

Weniger offensichtlich sind die Auswirkungen der Hitzewellen auf unsere Gesundheit, insbesondere bei älteren Menschen sowie Personen mit Herzkrankheiten oder bestimmten chronischen Leiden. Mediziner gehen davon aus, dass die Sterblichkeit bei Tageshöchsttemperaturen über 35 Grad deutlich zunimmt. Untersuchungen von Robert-Koch-Institut und Deutschem Wetterdienst geben für die heißen Sommer 2003, 2006 und 2015 etwa 20.000 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland an. Bis zum Ende des Jahrhunderts befürchtet der Deutsche Wetterdienst einen Anstieg der hitzebedingten Sterblichkeit unter Herz-Kreislauf-Erkrankten um den Faktor 3 bis 5.

Letztlich bedeuten die Hitzewellen für alle Menschen eine enorme körperliche Belastung: Viele Berufstätige müssen im Freien arbeiten – etwa in der Landwirtschaft, im Garten- und Landschaftsbau oder in vielen Handwerksberufen – und sind dabei oft der prallen Sonne ausgesetzt. Aber auch in Büros ist es oft unerträglich heiß: Laut Arbeitsstättenverordnung sollen ab 26 Grad Raumtemperatur Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter*innen ergriffen werden, ab 30 Grad sind sie Pflicht. Schwellen, die in den letzten Jahren vielfach überschritten wurden, ohne dass kurzfristige Lösungen möglich waren. Umso mehr ist vorausschauendes Planen und Handeln gefragt!

Angesichts der jüngsten Erfahrungen aus den Jahren 2018 bis 2020 fordern die Grünen, dass auf allen politischen Ebenen Hitzeaktionspläne erstellt und umgesetzt werden, so auch auf lokaler Ebene in Velbert. Zu einem solchen Plan gehören zunächst städtebauliche Maßnahmen zur Auffrischung des Stadtklimas wie die stärkere Begrünung und Verschattung von innerstädtischen Plätzen (incl. Schulhöfen!), kleine Wasserläufe sowie “Frischeinseln” mit Springbrunnen und öffentlichen Wasserspendern.

Soziale und organisatorische Maßnahmen gehören ebenso in den Hitzeaktionsplan, um die Schwächsten der Gesellschaft in Hitzewellen nicht allein zu lassen: Zum Beispiel “kühle Räume” in öffentlichen Gebäuden und Gesundheitseinrichtungen oder auch spezielle Betreuungs- und Versorgungsangebote für alleinstehende ältere Menschen und andere Risikogruppen. Sinnvoll erscheint hier zum Beispiel ein bundesweites Beratungstelefon, aber auch eine ambulante Hitzebetreuung vor Ort.

“Ein Hitzeaktionsplan soll uns in Velbert helfen, für zukünftige extreme Hitzeperioden besser gewappnet zu sein,” fasst die Grüne Bürgermeisterkandidatin Dr. Esther Kanschat die Ziele dieser Initiative zusammen und ergänzt: “Das umfasst sowohl Maßnahmen, um die Hitzefolgen abzumildern, etwa durch Verbesserung des Stadtklimas, als auch Maßnahmen, um uns vor den nicht mehr vermeidbaren Auswirkungen besser zu schützen.”

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