Tangentenwanderung der Grünen ein voller Erfolg!

Ca. 130 Velberter*innen, die sich über die Auswirkungen des VEP informierten. (Hier bei einer Rast an der Eichholzstraße mit Information und kleiner Erfrischung).

Etwa 130 interessierte Bürger*innen folgten der Einladung der Grünen zur “Tangentenwanderung” am Sonntagnachmittag. Mit dabei waren der BUND Velbert sowie die Bürgerinitiativen Große Feld und Eichholzstraße / Am Schlagbaum.

Im neuen Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2030 der Stadt Velbert sind u.a. zwei Straßenzüge geplant, die Ost- und Südtangente, deren Sinnhaftigkeit die Grünen stark anzweifeln. Die Auswirkungen der VEP-Planung auf Verkehr, Stadtplanung, Umwelt und Klima erläuterten die Grünen Fachleute für Stadtplanung und Verkehrsentwicklung, Dr. Wolfgang Beckröge und Stefan Overkamp, an mehreren Haltepunkten entlang der Strecke. Carsten Haider, Vorsitzender des BUND Velbert, stellte ergänzend die Bedrohungen für den Artenschutz dar. Die geplante Querung des Birkentals wurde sowohl verkehrstechnisch als auch ökologisch besonders stark kritisiert, ebenso wie die geplante Straßenführung durch die Kleingartenanlage an der Burgstraße. Ein weiterer Brennpunkt liegt im Bereich Eichholzstraße / Am Schlagbaum, wo mit der Südtangente landwirtschaftliche Flächen durchschnitten werden sollen und sich bereits die o.g. Bürgerinitiative dagegen gebildet hat.

Bürgermeisterkandidatin Dr. Esther Kanschat erläutert die VEP-Planungen. „Dieser Verkehrsentwicklungsplan ist rückwärtsgewandt!“, sagt Kanschat

Bei einer kurzen Rast an der Eichholzstraße  verdeutlichte Bürgermeisterkandidatin Dr. Esther Kanschat nochmals die grundsätzliche Kritik der Grünen an dem neuen VEP, der Ende 2019 durch die Mehrheitsfraktionen im Rat verabschiedet wurde: „Dieser Verkehrsentwicklungsplan ist rückwärtsgewandt und zeigt kaum Anzeichen einer Mobilitätswende, die wir aber dringend benötigen. Er berücksichtigt den notwendigen Ausbau des ÖPNV kaum, da dieser laut Planungsbüro zurzeit ausreichend für Velbert sei. Auch die geringen Ansätze, das Radwegenetz auszubauen, reichen bei Weitem nicht aus, um das Fahrrad als alltagstaugliches Verkehrsmittel zu nutzen.“  Kurzum: Der Fokus hat im Grunde nur auf der Verlagerung von Kfz-Verkehrsströmen gelegen, statt im Sinne einer echten Verkehrswende den Kfz-Verkehr in der Stadt generell zu reduzieren und andere Verkehrssysteme zu stärken.

Selbst die beabsichtigte Verlagerung der Kfz-Ströme würde nur bedingt erreicht, so Overkamp: “Durch die Tangenten würden zwar einige innerstädtische Hauptverkehrsstraßen geringfügig entlastet, aber gleichzeitig viele andere Straßen erheblich stärker belastet. On Top werden Mehrbelastungen von weit über 1.000 Fahrzeugen täglich von der A535, die als Stadtautobahn eigentlich eine Tangentenfunktion innehat, wieder in die Stadt hineingezogen, wie die Ersteller des VEP in ihren Modellrechnungen selbst so ermittelt haben.“  Letztlich werden mit dem VEP die Verkehrsprobleme nur verlagert, aber nicht gelöst, fasst Overkamp seine Analyse zusammen.

Am Ende der Wanderung machten sich die Teilnehmer mit zwiespältigen Impressionen auf den Heimweg: Einerseits dankbar für die kompetenten Erläuterungen durch die Grünen Fachkundigen inmitten der beeindruckenden heimischen Natur – andererseits erschüttert über die Planungen der Stadtverwaltung und der Mehrheitsfraktionen, diese Natur durch gestrige und höchst fragwürdige Straßenbauprojekte zu zerstören, deren Nutzen für die Velberter*innen in keiner Weise nachvollziehbar ist.

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