Grüner Stammtisch: Der Frühling darf nicht verstummen…

Hummel, Biene & Co.: Nicht nur als Bestäuber unverzichtbar.

Beim vierteljährlichen Quartalsstammtisch der Velberter Grünen am 16. Mai stand diesmal das Thema Bienensterben im Vordergrund, wobei hier insbesondere die Wildbienenarten betroffen sind. In 2017 wurde die Öffentlichkeit durch die Forschungsergebnisse des entomologischen Vereins in Krefeld in Aufruhr versetzt. Im erschreckenden Ergebnis hatte man 75 Prozent weniger Biomasse bei Fluginsekten festgestellt. Ab sofort war das Insektensterben in aller Munde und damit auch das Bienensterben.

Die Ursachen liegen vorwiegend in der Intensivierung der Landwirtschaft, dem Einsatz von Pestiziden und der rücksichtslosen Flächenversiegelung, wie auch Dr. Esther Kanschat von den Grünen an diesem Abend erklärte: „Im Kreis Mettmann werden wir 2080 keine landwirtschaftliche Nutzfläche mehr haben, wenn wir weiter in dem Tempo alles zubetonieren!“ Europaweit werden aktuell täglich 320 Hektar Grünfläche versiegelt.

Die Auswirkungen eines weiterhin fortschreitenden Insektensterbens wären für Biene und Mensch fatal! Bienen bestäuben ca. 80 Prozent aller Wild- und Nutzpflanzen. Viele kennen die Leistungen der Honigbienen als Bestäuber in der Natur und im Obst- & Gemüseanbau. Die Bedeutung der Wildbienen als Bestäuber wurde dabei lange unterschätzt. Beispielsweise fliegen viele Wildbienen auch dann, wenn es den Honigbienen noch zu kalt oder zu nass ist. Außerdem sind Wildbienen nicht auf Standorten von Menschen angewiesen und erreichen dadurch auch unbewohnte Gegenden. Manche Wildbienen sind allerdings auf bestimmte Blütenarten angewiesen. Verschwindet die Wildbienenart, verschwindet auch die Pflanzenart.

Doch wie kann man das Insektensterben aufhalten? Es muss unbedingt ein Umdenken stattfinden! Dazu gehören weniger Flächenverbrauch auf Kosten der Natur, weniger Monokulturen in der Landwirtschaft und der Verzicht auf ungerechtfertigte Düngung und Pestizide. Auch Blühhecken und Blühstreifen können wirksame Maßnahmen gegen den Insektenschwund sein. Das gilt nicht nur für Ackerränder, sondern auch für Grünstreifen an Straßen und vor allem für Grünanlagen in der Stadt.

Außerdem ist jeder Einzelne gefragt. Trendige, weil bequeme „Steingärten“ sind nicht nur schädlich für das Mikroklima in einer Stadt, sondern gefährden obendrein die Artenvielfalt in der Natur. Oder es wird das Falsche gepflanzt. Gefüllte Blüten etwa sehen zwar toll aus, bieten Insekten aber keine Nahrung. Geeignetes Informationsmaterial dazu gibt es z.B. beim LANUV und BMEL, aber auch beim NABU und anderen Anbietern. Ästhetische Ansprüche an gerade Schnittkanten und englischen Rasen sind ebenfalls überdenkenswert: Bienen und andere Insektengruppen bevorzugen Gärten mit Totholz und naturbelassenen Wiesenflächen mit Löwenzahn und anderen Wildblumen, die in des Menschen Auge manchmal einfach nur Unkraut sind. Im Idealfall finden die Tiere in solchen Gärten sogar noch das eine oder andere Insektenhotel.

Kurz und gut: Wir alle können Biene, Hummel & Co. helfen, wenn wir es nur wollen. Packen wir es
an!

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