Offener Brief der BI Große Feld: Gewerbe und Industrie auf dem Große Feld – Rettung oder Untergang?

Bürger*innen wehren sich gegen das geplante Industriegebiet (hier ein Plakate während der Demo am 16. Mär 2019)

In einem Offenen Brief wendet sich die Bürgerinitiative Große Feld e. V. an den Velberter Bürgermeister Lukrafka. Hintergrund ist eine ausführliche Pressemitteilung der Stadt Velbert zum Standortwechsel der Firma R+M de Witt nach Heiligenhaus. Dazu erklärt die Bürgerinitiative:

 

Sehr geehrter Bürgermeister Lukrafka,

in Ihrer weit verbreiteten Pressemitteilung der letzten Woche, zur Rückkehr der Firma R+M de Witt nach Heiligenhaus, haben Sie für Velbert dringend weitere Gewerbeflächen gefordert und in diesem Zusammenhang auch eine schnelle Verfügbarkeit des Große Feld gefordert.

Eine Forderung, die schnell ausgesprochen ist und auf den ersten Blick auch jedem einleuchten sollte. Ist das denn wirklich so? Wir meinen „Nein“! Und wir weisen Ihre Forderung mit Nachdruck zurück!

Das Große Feld ist eine extrem hügelige Fläche. Schon die aktuell veröffentlichten Bodengutachten, welche die Firma Dr. Spang im Auftrag der Stadt Velbert angefertigt hat, fordern eine vollständige Remodellierung des Geländes. Der komplette Untergrund muss entweder entfernt werden, weil ein derartig hochwertiger Ackerboden nicht zerstört werden darf; wo dies nicht der Fall ist muss der Boden abgetragen und mit ortsfremden Bodenarten vermischt werden um ein sicheres Bauen zu ermöglichen. Nach diesem Gutachten ist jeder Bauherr angehalten, sein potentielles Baugrundstück von Statikern überprüfen zu lassen, ob extrem verstärkte Fundamente oder sogar Pfahlgründungen erforderlich sind um dort sicher zu bauen.

Bisher haben sich zahlreiche potentielle Interessenten das Gelände angesehen und sind nach der Begutachtung aufgrund des schwierigen Geländes und der hohen Baukosten zurückgetreten!

Auch die geplanten Verkehrswege auf dem Große Feld erfordern erhebliche Investitionen. Die Technischen Betriebe haben deshalb in Ihrem Haushaltsplan bereits 20 Millionen Euro für die Erschließung projektiert. Diese Summe wird bei weitem nicht ausreichen und sicher nicht von den Investoren, sondern über Gebührenerhöhungen von allen Bürgern bezahlt werden. Bei diesen 20 Millionen wird es nicht bleiben! Heutige Schätzungen gehen von bis zu 40 Millionen für die Erschließung des Geländes aus.

Da die Stadt Velbert immer noch am Rande des Bankrotts laviert, werden diese Kosten über die Tochterunternehmen TBV und die Stadtwerke versteckt auf die Bürger abgewälzt. Die finanzielle Lage der Stadt ist derartig miserabel, dass zur Rettung des Jahresabschlusses 2018 am Jahresende bei Gut Stock städtischer Grund für 300.000 € an einen Investor verramscht werden musste.

Herr Bürgermeister Lukrafka, wir fordern Sie nachdrücklich auf: Lassen Sie von diesem Wahnsinnsprojekt ab. Die Zerstörung des Große Feld wird keine nennenswerten Arbeitsplätze schaffen, nur den Schuldenberg der Stadt Velbert erheblich vergrößern!

Velbert braucht kein Industriegebiet auf dem Große Feld, sondern endlich eine strukturierte Stadtplanung, die die Rückgewinnung von Altflächen und eine gezielte Ansiedelung von zukunftsfähigen Branchen auf geeigneten Flächen betreibt.

Wir fordern die Ratsmitglieder und Bürgervertreter der Stadt auf, sich gründlich zu informieren, um weiteren Schaden von der Stadt Velbert und ihren Bürgern abzuwenden! Das Große Feld als Industriegebiet zerstört nicht nur Natur und wertvollsten Ackerboden, es wird Velbert auch wirtschaftlich extrem schaden!

Für die Bürgerinitiative Große Feld e.V.

Artur Busse
1. Vorsitzender

Weitere Infos zum geplanten Industriegebiet Große Feld/Langenberger Straße gibt es hier!

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