Regionalplanänderung: Flächenfraß soll in Velbert weiter gehen!

In Velbert sollen weitere Freiflächen für Baugebiete geopfert – ohne Rücksicht auf die Folgen!

Die aktuell beabsichtigte Änderung des Regionalplanes, über die jüngst in den WAZ-Artikeln zur Donnenberger Str. berichtet wurde, beunruhigt die Velberter GRÜNEN. Handelt es sich nicht nur um eine einzelne Fläche, sondern sogar um insgesamt acht große geplante Baugebiete auf grüner Wiese, allein im Raum Velbert.

Im Regionalplan werden den Kommunen zukünftige Bauflächen vorgeschlagen. Obwohl der letzte Regionalplan erst 2018 in Kraft getreten ist und in der Regel eine Gültigkeit von ca. 15 Jahren haben soll, wird nun eine Novellierung durch die Landesregierung angestrebt.

Die nun vorgebrachten Hochrechnungsdaten, auf denen die überstürzte Aktualisierung beruht, sind fragwürdig. Sie prognostizieren einen auf einmal stark ansteigenden Bedarf an Wohnbauflächen und widersprechen damit drastisch den Berechnungsgrundlagen des noch frischen, aktuellen Planes. Es drängt sich hier die Frage auf, welche (Bau-) Interessen hier vertreten werden.

So kommt es, dass bereits einige Kommunen sich gegen die Ausweisung der Flächen wehren bzw. Bedenken vorbringen. Leider ist die Sachlage Velbert betreffend gegenteilig. Velbert ist als eine der wenigen Städte des ME-Kreises aktiv auf die Bezirksregierung zugegangen, um möglichst viele potentielle Flächen für Wohnbebauung zu bekommen. Sogar besonders wertvolle Grünflächen für Naherholung und Ökologie sowie Flächen im Landschaftsschutz sollen geopfert werden.

Mit acht potentiellen Flächen ist Velbert trauriger Spitzenreiter der Kreisstädte. Selbst die untere Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann hat bei vielen Flächen Bedenken geäußert, besonders wenn es sich um das „Tor zur Elfringhauser Schweiz“ und andere Naherholungsgebiete handelt, die rücksichtslos zugebaut werden sollen. Und dies nicht einmal für Velberter Bürger, sondern für das Düsseldorfer Einzugsgebiet. Dass Velbert hierdurch deutlich an gerade erst erlangter touristischer Attraktivität überregionaler Bedeutung mit idyllischer Wander- und Radfahrlandschaft einbüßt, scheint nicht zu interessieren.

Die GRÜNEN fordern den Erhalt unserer wunderschönen Landschaft sowie der dringend benötigten landwirtschaftlichen Flächen. Sie sind schließlich auch Existenzgrundlage für unsere Landwirte. Bei der Beurteilung wurden jedoch diese Faktoren mit geringer Wertigkeit angesetzt, Verkehrsanbindung und Wohnungsanzahl hingegen hoch. So wurde z. B. im Velberter Raum Flächen mit starker Hanglage, ungeklärter Erschließung, aber auf ökologisch wertvollem, uralten Dauergrünland – sogar in Landschaftsschutzgebieten und sogar am Rand zu Naturschutzgebieten – für eine zukünftige Bebauung ausgewiesen.

Nicht in Betracht gezogen wurden hingegen die klimatischen Auswirkungen sowie die Auswirkungen durch die großflächige Versiegelung.

Eine finale Entscheidung über die Regionalplanänderung steht bereits im 3. Quartal 2019 an. Da die letztendlichen Bewertungsmaßstäbe für die Flächen noch nicht festgelegt sind, werden die GRÜNEN alles dafür tun, sie zugunsten unserer schönen Natur zu ändern. Zurzeit jedoch wird haarsträubend die geplante Bebauung als angebliche Aufwertung der Fläche schon im Vorhinein hinzugerechnet, so dass keine noch so wertvolle ökologische Bedeutung dies ausgleichen kann. Auch der Naherholungswert bleibt komplett außen vor.

Es bleibt zu hoffen, dass es hier noch zu vernünftigen Entscheidungen kommt und verhindert wird, dass unter dem Druck von bauwütigen Geschäftemachern unsere ökologisch bedeutsamen Naturräume unwiederbringlich geopfert werden.

Die Entscheidung, ob eine Fläche bebaut wird, treffen am Ende die Städte mit ihren Ratssitzungen selbst und hier ist zu hoffen, dass auch die Bürger zu Wort kommen und Ihr Mitspracherecht ernstgenommen wird, auch wenn das in der Vergangenheit nicht immer so praktiziert wurde.

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2 Kommentare

  1. Gabriele Schrage

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    würde eine Unterschriftenaktion helfen?
    Auf der Website der Piraten können die vier geplanten Baugebiete im Stadtplan angeschaut werden. Deshalb habe ich den Eindruck, dass viele Bürger betroffen sind. Warten, bis die Würfel gefallen sind, scheint mir kontraproduktiv.

    Mit freundlichen Grüßen
    Gabriele Schrage

    Antworten
    • Admin

      Liebe Frau Schrage,

      vielen Dank für Ihre Einschätzung. Die aktuelle Diskussion und massiven Proteste um das geplante Gewerbegebiet Große Feld/Langenberger Straße zeigt leider, wie wenig die Verantwortlichen in der Stadt- und Politikspitze um die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger geben. Da werden einfach Tatsachen geschaffen, ungeachtet aller Argumente und gegenteiligen Meinungen. Die Velberter GroKo aus CDU/SPD und Velbert anders scheint es einfach nicht zu verstehen, dass die Menschen die Velbert genug von Beton und Asphalt haben.

      Wir werden Ihren Vorschlag intern besprechen und überlegen, was wir aktiv mit den Bürgerinnen und Bürgern bewegen können.

      Herzlichen Dank!

      Ihre
      Grünen, Velbert

      Antworten