Velberts Plätze bleiben weiter kahl: GroKo lehnt Antrag zu Begrünung ab

Kahle Plätze dank Velberter GroKo! (Foto: Bündnis90/Die Grünen, Velbert)

Auf Velberts Plätzen tat und tut sich was! Bereits vor einigen Jahren wurde der Moltkeplatz umfangreich umgestaltet, im vergangenen Jahr der Platz an der Hohen-Zollern-Straße und aktuell der Platz Am Offers vor der Alten Kirche. Gut so, denn alle Plätze waren in die Jahre gekommen und alles andere als attraktiv. Mit viel Geld, überwiegend aus Fördermitteln, wurden daher die Flächen unter Leitung der Technischen Betriebe Velbert umgebaut.

Seit dem sind die Plätze zwar übersichtlich, gleichzeitig sind sie aber zu einer öden „Steinwüste“ verkommen. Ein paar Sträucher hier, ein paar Hochbeete da, aber der Großteil der Fläche ist einfach nur stumpf zugepflastert. Kein Baum, der im Sommer Schatten spendet, Regenwasser aufnimmt oder dafür sorgt, dass sich die Pflastersteine nicht höllisch aufheizen. Auch deshalb sind, gerade im Sommer, kaum Bürger*innen auf den Plätzen zu sehen.

Damit sich das endlich ändert, haben wir im Umwelt- und Planungsausschuss (kurz UPA), sowie im Verwaltungsrat der Technischen Betriebe Velbert (TBV), einen Antrag (siehe hier) gestellt, auf den Plätzen mittig einige Bäume zu pflanzen. Sie sollten im Sommer als Schattenspender dienen, das Aufheizen der Fläche verringern, bei Regen das Versickern des Niederschlags erleichtern und zusätzlich als Lärm- und Sichtschutz dienen. Weder sollten die Plätze aufwendig aufgerissen werden, noch sollten hier ganze Wälder entstehen.

Der Umwelt- und Planungsausschuss verwies den Antrag in den Verwaltungsrat der TBV. Dennoch war in der vorangegangenen Diskussion durchaus Verständnis aus den Reihen von SPD und CDU erkennbar. Vom CDU-Ausschussvorsitzenden wurden sogar für den Platz Am Offers bepflanzte Pergolen vorgeschlagen. Entscheiden sollte allerdings das TBV-Aufsichtsgremium.

Nachdem dort der Antrag von unserem Verwaltungsratsmitglied André Feist-Lorenz vorgestellt wurde, entstand eine teilweise aberwitzige Diskussion. Seitens der CDU wurde von vermeintlichen „Angsträumen“ geredet, die erst durch den Kahlschlag beseitigt worden seien. Die FDP sah die Spielmöglichkeiten für Kinder bedroht, wenn es nun auch noch Bäume auf den Plätzen gäbe. Bürgermeister Lukrafka wies darauf hin, dass sich der ehemalige Vorsitzende des Bürgervereins Nordstadt eine möglichst freie Fläche wünschte, damit hier ungehindert Veranstaltungen stattfinden könnten.

All diese Argumente können jedoch nicht überzeugen. Weder entstehen Angsträume durch einige Baumpflanzungen, schon gar nicht an einer viel befahrenen Kreuzung. Bäume, vielleicht noch eingefasst mit Sitzbänken, würden eher dafür sorgen, dass sich deutlich mehr Menschen hier aufhalten würden. Von einer Einschränkung der Fläche für spielende Kinder kann also gar keine Rede sein. Entscheidend ist wohl eher das politische Gewicht des CDU-dominierten Bürgervereins Nordstadt. Richtig ist, dass beispielsweise auf dem Moltkeplatz jährlich ca. 1-2 Veranstaltungen stattfinden. Sie bestehen in der Regel aus einem Bratwurststand, einem Bierwagen und einigen Sitzbänken. Also sicherlich nichts, was durch ein paar Bäume wesentlich erschwert würde. Von der SPD wurden daraufhin als Lösung ernsthaft ein paar „hübschere Blümchen“ vorgeschlagen. Eine Idee, die Bürgermeister Lukrafka aufgriff und auch ernsthaft als Vorschlag in die Diskussion gab. Letztlich wurde unser Antrag mit der Mehrheit der Stimmen abgelehnt.

Fazit: Einmal mehr geht es der Velberter GroKo nicht um eine attraktive Stadt, nicht um die Bürgerinnen und Bürger und schon gar nicht um die Umwelt. Ob ein Antrag Zustimmung findet, liegt allein daran, ob er aus den Reihen der CDU bzw. SPD kommt. Sinn oder Unsinn machen da keinen Unterschied. Oder wie sind sonst „Mobile Bäume“ (siehe hier) für über 100.000 € zu verstehen, die die Stadtverwaltung anschaffen möchte – mit Zustimmung der Velberter GroKo?!

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