No-Gos für No-Kids: Kinderbetreuung in KiTa und Schule

Unterschiedliche Betreuungsquote in Velbert: Nur jedes zweite Kind findet einen KiTa-Platz in Velbert-Mitte! (Foto: FeeLoona – pixabay.com)

Qualitativ ist die Kinderbetreuung in Velbert auf einem guten Niveau. Die pädagogischen Fachkräfte leisten auch in schwierigen Situationen gute Arbeit. Bemerkenswert, denn die städtischen Rahmenbedingungen sind alles andere als gut. Weder reichen die Betreuungsplätze noch das Personal…

In der Kindertagespflege (Betreuung durch Tagesmütter oder Tagesväter) gibt es zwar genügend Plätze, aber keine Vertretungsregelung im Krankheitsfall der Betreuungsperson. Fällt eine der freiberuflichen Betreuungspersonen wegen Krankheit aus, stehen bis zu 5 Familien buchstäblich (und ihre Arbeitgeber) im Regen. Es gibt diverse Modelle für Vertretungen in der Kindertagespflege mit jeweils dem gleichen Haken: Sie kosten der Stadt Geld. Seit mehreren Jahren drängen Eltern und Fachleute auf eine Vertretungsregelung – das sollte für eine als familienfreundlich zertifizierte Kommune selbstverständlich sein. Immerhin: Im letzten Jugendhilfeausschuss wurde nach eine Anfrage der Grünen über dieses Thema beraten und die Verwaltung mit der Entwicklung eines Vertretungsmodells beauftragt.

Im KiTa-Bereich ist das drängendste Problem die geringe Betreuungsquote, d.h. wie viele KiTa-Plätze zur Verfügung stehen, und deren ungleichmäßige Verteilung. In einigen Stadtgebieten lag die Quote im Kindergartenjahr 2017 bei 100% oder sogar darüber (z.B. Langenberg-Mitte und Neviges-Mitte). In Velbert-Mitte Oberstadt hingegen lag sie bei 54%! Das bedeutet, dass nur für die Hälfte der dort lebenden Kinder ein KiTa-Platz zur Verfügung stand. Der gesetzliche Anspruch der Eltern auf einen KiTa-Platz kann so nicht erfüllt werden. Diese Situation ist nicht über Nacht entstanden. Die Entwicklung der Velberter Bevölkerung deutet seit einigen Jahren in diese Richtung. Eine KiTa zu planen und zu bauen, dauert bis zu zwei Jahre. Anstatt immer nur auf die Entwicklung der Kinderzahlen zu reagieren, muss ein Zukunftskonzept her, das Planungen für die nächsten 10 Jahre beinhaltet. Aktion statt Reaktion wäre der richtige Weg!

Im Bereich der Offenen Ganztagsschule (OGS) sieht es leider nicht besser aus. Auch hier fehlen Plätze! Etwas überspitzt gesagt, ist die Reduzierung der OGS-Plätze die einzige Haushaltssicherungsmaßnahme, welche die Stadt konsequent zu Ende durchgezogen hat. Sparen auf Kosten der pädagogischen Betreuung unserer Kinder ist ein Unding. Sowohl im letzten Landtagswahlkampf als auch bei der Bundestagswahl war der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz ein großes Thema. Über kurz oder lang wird dieser Rechtsanspruch kommen und die Stadt Velbert ist darauf nicht vorbereitet.

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