Kein Aufschub mehr – Jetzt Sofortprogramme für gute Pflege umsetzen!

Wir brauchen mehr Personal, um pflegebedürftige Menschen im Krankenhaus, im Heim oder zu Hause gut zu versorgen. (Foto: Geralt – pixabay.com)

Pflegekräfte leisten wichtige Arbeit. Wenn wir auf Hilfe oder Unterstützung angewiesen sind, sorgen sie für unser Wohlbefinden – Tag für Tag. Ihre Bezahlung passt jedoch nicht zu der Bedeutung ihrer Arbeit. Immer noch verdienen Techniker mehr als Altenpflegerinnen, und das bei gleicher Ausbildungsdauer. Das kann nicht so bleiben.

Doch die Bezahlung ist nicht das einzige Problem. Schon jetzt fehlen so viele Arbeitskräfte in der Pflege, dass die Arbeitsbelastung für die Angestellten unerträglich steigt. Ganze Klinikabteilungen mussten aufgrund von Personalmangel schon geschlossen werden und immer mehr Familien finden weder einen Pflegedienst noch ein Pflegeheim für ihre Angehörigen.

MIT SOFORTPROGRAMMEN: MEHR PERSONAL FÜR DIE PFLEGE

Wir brauchen dringend mehr Personal, um pflegebedürftige Menschen gut zu versorgen – ob im Krankenhaus, im Heim oder zu Hause. Deswegen bringen wir zwei Sofortprogramme für mehr Personal in der Altenpflege und im Krankenhausin den Bundestag ein.

Wir Grüne im Bundestag wollen den Pflegeberuf aufwerten und attraktiver machen. Wir brauchen mehr Menschen, die sich für diese verantwortungsvolle Arbeit entscheiden. Die Branche beschäftigt schon jetzt mehr Personal als die Automobilbranche und kann künftig noch vielen Menschen eine gute Beschäftigung sichern. Wir müssen dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen stimmen.

EINE MILLIARDE EURO PRO JAHR FÜR ALTENPFLEGE

Wir wollen mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr für 25.000 zusätzliche, tarifgerecht bezahlte Pflegekräfte in Pflegeheimen bereitstellen. Begleitend fordern wir unter anderem eine Ausbildungsoffensive, eine einfachere Rückkehr von Teil- in Vollzeit, ein Wiedereinstiegsprogramm sowie die Weiterqualifizierung von Pflegehelfern und Helferinnen zu Pflegefachkräften. Denn nur mit solchen Maßnahmen wird es gelingen, genügend qualifiziertes Personal zu finden.

EINE MILLIARDE EURO PRO JAHR FÜR KRANKENPFLEGE

Jahrelang sind in den Krankenhäusern Pflegestellen abgebaut worden, während die Zahl der Patientinnen und Patienten und auch die der Ärztinnen und Ärzte gestiegen ist. Da wird es für das Pflegepersonal zunehmend schwierig, im hektischen Arbeitsalltag Fehler zu vermeiden, alle Hygienevorschriften einzuhalten und sich Zeit für die hilfebedürftigen Menschen zu nehmen.

Wir wollen auch in diesem Bereich mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr für 25.000 zusätzliche Pflegestellen in Krankenhäusern bereitstellen. Die Bundesregierung hat zwar den Auftrag erteilt, ein „Personalbemessungsinstrument“ bis 2020 zu erarbeiten. Von einer verbindlichen Einführung ist bisher jedoch keine Rede, dafür wollen wir Grüne jetzt im Bundestag sorgen.

MEHR GELD UND MEHR MITSPRACHE FÜR PFLEGEKRÄFTE

Pflege ist verantwortungsvolle Arbeit, die uns mehr wert sein muss. Eine bessere Bezahlung in dieser Branche wird auch dazu beitragen, die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen schließen.

Um die Arbeitsbedingungen in allen Einrichtungen unabhängig von der Trägerschaft flächendeckend zu verbessern, braucht es einen allgemein verbindlichen Tarifvertrag für soziale Berufe. Wir setzen uns dafür ein, dass es schnellstmöglich zu einer Einigung von Gewerkschaften und Arbeitgebern auf Bundesebene kommt. Die Politik muss jedoch für eine bessere Bezahlung die richtigen Weichen stellen. Wir wollen eine Bürgerversicherung für die Pflege, die alle verlässlich absichert und deren Leistungen regelmäßig an die Lohn- und Inflationsentwicklung angepasst werden. Das schafft mehr Möglichkeiten für eine angemessene Bezahlung als in der heutigen Pflegeversicherung, deren Leistungen nur unregelmäßig und willkürlich angepasst werden.

Außerdem brauchen Pflegekräfte bessere Mitspracherechte im Pflege- und Gesundheitssystem, damit sie stärker als bisher selbst die Weiterentwicklung der Pflege mitgestalten können. Die Gründung von Pflegekammern kann dazu eine Möglichkeit sein.

MIT ATTRAKTIVER AUSBILDUNG: PFLEGEFACHKRÄFTE VON MORGEN GEWINNEN

Ob sich junge Menschen für eine bestimmte Ausbildung entscheiden, hängt davon ab, welche Möglichkeiten diese eröffnet und ob sie gut auf das Berufsleben vorbereitet. Mit einer attraktiven Pflegeausbildung können mehr Menschen für diesen Beruf gewonnen werden. Und es gibt dann viele Möglichkeiten, sich weiter zu qualifizieren – von der Hilfskraft bis zum Doktorgrad.

Deswegen werden wir uns bei der anstehenden Umsetzung der Pflegeberufe-Reform dafür einsetzen, dass die Fachkenntnisse der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege in den Lehrplänen erhalten bleiben. Die Ausbildungskapazitäten sollen wachsen anstatt verloren zu gehen. Alle Gesundheitsfachberufe müssen stärker eigenverantwortlich und selbstständig arbeiten können.

Um den Zugang zu einer Ausbildung zu erleichtern, wollen wir mehr Angebote für Ausbildung in Teilzeit schaffen. So können sich bisher un- und angelernte Beschäftigte leichter berufsbegleitend qualifizieren. Außerdem wollen wir mehr Studienangebote an Fachhochschulen schaffen.

Quelle: www.gruene-bundestag.de

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