Digital First, Bedenken Second – die nächste Folge

Datensammeln leicht gemacht – auch das ist Digitalisierung! (Foto: typographyimages – pixabay.com)

In unserer Reihe, die wir anlässlich des eher dämlichen Wahlplakates des Jamaica-Boykotteurs Christian Lindner begonnen haben, möchten wir auf einen weiteren Aspekt hinweisen, der bei aller Begeisterung für alles Digitale gerne übersehen wird: die Möglichkeiten der Analyse großer Datenmengen.

In einer aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichung einer renommierten US-amerikanischen Fachzeitschrift (Proceedings of the National Academy of Sciences) wird dargestellt, wie durch Auswertung von Google Street View Daten (50 Millionen Fotos US-amerikanischer Straßen) zunächst ermittelt wurde, in welcher Straße welche Autos (Marke, Modell, Baujahr) stehen. Anschließend ermittelten die Wissenschaftler anhand dieser Ergebnisse in erstaunlicher Genauigkeit nicht nur das mittlere Einkommen in den betreffenden Stadtvierteln, sondern auch den Anteil weißer, afo-amerikanischer und asiatischer Menschen dort, die Anteile verschiedener Ausbildungsniveaus sowie das Wahlergebnis der Präsidentschaftswahl von 2008 (Obama gegen John McCain). Nachdem sie ihre Auswertungen mit den tatsächlichen Wahlergebnissen verglichen stellten sie außerdem fest, dass in 88 % der Wahlbezirke mit einer überwiegenden Anzahl von Limousinen Obama gewählt wurde, während in 82% der Wahlbezirke mit überwiegendem Anteil von Pickups McCain gewählt worden war.

Der Veröffentlichung ist leider auch im amerikanischen Original nicht zu entnehmen, ob anhand der Zahl der Fahrräder auch ermittelt werden kann, ob dort eher DIE GRÜNEN gewählt werden …

Auf jeden Fall wird immer deutlicher, dass der Widerstand gegen staatliche Sammelwut sich auch in Richtung von Privatunternehmen wie Google oder Facebook orientieren muss.

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