Grüne Standpunkte zum Schulentwicklungsplan Primarstufe

Grundschulen in Velbert

Grundschulen in Velbert (Grafik: Feist-Lorenz)

Wir Grünen stehen dem neuen Schulentwicklungsplan kritisch gegenüber.  Zum Ersten ist die Rolle, die er einnimmt, nicht ganz klar. So werden jetzt schon die ersten Punkte aus dem Plan vollzogen (Schließung der Grundschule ,,Am Baum“), andererseits sind Punkte erwähnt, die zum derzeitigen Zeitpunkt nicht einmal richtig geprüft werden können, wie einen Einzug von zwei Grundschulen ins HKS-Gebäude. Es ist in keinster Weise geklärt, dass dieses Gebäude nicht für eine Schule der Sekundarstufe (welcher Schulform auch immer) benötigt wird.

Man hat dabei immer das Gefühl, dass der Plan nicht weiß, was er sein soll. Gedanken an einen „Piratenkodex“ werden dabei natürlich wach: Einerseits sind das Ganze dann „eher so Richtlinien“, andererseits ist „der Kodex der Kodex und unbedingt zu befolgen“! Eine Arbeitsgrundlage sieht anders aus.

Aber auch inhaltlich ist der Plan an vielen Stellen unserer Ansicht nach fehlerhaft. Sicher ist nicht falsch, dass für weniger Schüler, auf die Einwohnerzahl gerechnet, sehr viele Grundschulen da sind. Eine noch vor Jahren solide 2-zügige Schule ist nun 1,5-zügig. Das ist für niemanden befriedigend. Nichtmal als Schulnote.
Dennoch kann hier nicht allein der Sanierungsstand einer Schule den Ausschlag geben. Natürlich muss man diesen berücksichtigen, aber konsequent die eine Schule verfallen zu lassen und das dann als Grund zu nehmen, sie zu schließen, ist eine Taktik, bei der wir nicht mitmachen.

In Langenberg ist eine Schließung des Teilstandortes Nierenhof nicht indiskutabel. Aber es kann nicht sein, dass wir in Zukunft die Neubaugebiete im Bereich Alte Poststraße komplett abhängen oder die Kinder nur per Bus befördern. Wir unterstützen den Vorschlag, hier erst einmal prüfen zu lassen, ob man nicht auch in Langenberg im Bereich Nierenhof einen Neubau errichten kann. Energetisch auf dem neuesten Stand muss das nicht einmal die dauerhaft teurere Lösung sein. Diesen Prüfauftrag hat der Schulausschuss gestellt, und da er auch unseren Wünschen entspricht, haben wir natürlich zugestimmt.

In Neviges muss über den Schulverbund nachgedacht werden. Die Idee ist nicht ganz falsch: Ein Schulverbund bietet mehr Möglichkeiten, auch und gerade für konfessionell gebundene Züge. Es könnten so evtl. sogar mehr „katholische“ Klassen gebildet werden. Bevor das Gebäude der Heinrich-Kölver-Schule leersteht, kann man sicher darüber nachdenken, dort Grundschulkinder zu beschulen. Aber das kann nicht entschieden werden, bevor die Zukunft der Schulen im Sekundarbereich in Neviges nicht geklärt ist! Hier macht die Verwaltung den zweiten Schritt vor dem ersten. Diese Planung ist ohne einen Plan für die Sekundarstufe nicht möglich.

In Mitte ist die Planung besonders kritisch. Geplant ist hier eine Schließung von 4 Schulen zugunsten eines Schulneubaus mit 5 Zügen. Hier fehlen einfach in der Rechnung 1-2 Züge. Und da sind die  Flüchtlingsströme noch gar nicht eingearbeitet (die derzeit vorauszusagen auch pure Glaskugelei ist). Sicher ist ein Neubau hier keine falsche Wahl. Unseren Vorschlag, für kürzere Schulwege doch lieber 2 Standorte zu prüfen (die dann auch dreizügig sein könnten, was die Problematik der fehlenden Züge vermindert) hat die Mehrheit abgelehnt. Schaut man sich hierzu einfach einmal die Standorte der Grundschulen an (ich empfehle Google Maps, „Grundschule Velbert“ eingeben), erkennt man die Problematik, dass der komplette Ostteil abgeschnitten wird.

Fakten geschaffen haben die ratstragenden Fraktionen auch schon: Die Schließung der Grundschule ,,Am Baum“ wurde beschlossen. Ab dem nächsten Jahr wird sie keine Kinder mehr aufnehmen, wenn der Rat dem folgt (was zu erwarten ist). Dies halten wir für zu früh. Die Planungen für die neu zu entstehende Schule sind hier beileibe noch nicht weit genug. Ferner wird so kaum ein Kind den Schulweg aus dem Flandersbach bis nach Birth auf sich nehmen, wenn es auch nach Heiligenhaus gehen kann. Sicher: Es kann einem Kind herzlich egal sein, ob es auf eine Schule in Velbert oder Heiligenhaus geht, solange die Schule gut ist. Fraglich ist aber, ob es der Stadt so egal sein sollte.

Insgesamt lehnen den Schulentwicklungsplan in diesem Zustand sowie die Schließung der Grundschule ,,Am Baum“ zum derzeitigen Zeitpunkt ab. Wir erkennen aber natürlich an, dass nicht alle Ideen in diesem Plan völliger Mumpitz sind.

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